Zurück

Altcoin-News

Ondo startet Private Markets

CryptoDAcademy · 06.10.2026, 16:30 Uhr · 2 Min. Lesezeit

Ondo Finance dehnt sein Tokenisierungsgeschäft auf nicht börsennotierte Unternehmen aus. Mit Ondo Private Markets kommen tokenisierte Notes auf den Markt, die sich am Wert einzelner privater Firmen orientieren. Die erste Note bezieht sich auf ein KI-Unternehmen vor dem Börsengang, dessen Name nicht genannt wird.

Was passiert ist

Ondo hat das Produkt am 6. Oktober vorgestellt. Die Auszahlung der Notes hängt vom Wert der Stammaktie des Referenzunternehmens bei einem sogenannten qualifizierenden Liquiditätsereignis ab, zum Beispiel einem Börsengang. Gemessen wird der realisierte Wert je Aktie, die genauen Details regeln die Angebotsunterlagen.

Anleger bekommen dabei keine Aktien. Die Notes sind Verbindlichkeiten ihres Emittenten und geben weder Eigentums- noch Aktionärsrechte am Unternehmen. Es ist ein rein wirtschaftliches Exposure.

Die Token lassen sich in eigenen Wallets verwahren, an andere berechtigte Halter senden, rund um die Uhr an Sekundärmärkten handeln oder in DeFi einsetzen. Der Sekundärhandel der ersten Note soll diese Woche beginnen. Welche Handelsplätze sie listen, ist noch nicht bekannt. Das Angebot richtet sich nur an berechtigte Anleger außerhalb der USA, in Ländern, in denen es erlaubt ist.

Ondo kündigt zudem weitere Märkte an: Robotik, Cybersecurity, Biotech und Infrastruktur sollen folgen, in einem Blogbeitrag werden außerdem Verteidigung, Energie und Raumfahrt genannt.

Wie es dazu kam

Bisher stand Ondo vor allem für tokenisierte Staatsanleihen und Aktien. Die Infrastruktur dahinter hält nach Unternehmensangaben 3,7 Milliarden Dollar Total Value Locked bei mehr als 1 Million kumulierten Haltern. Auf derselben Infrastruktur baut Private Markets auf.

Die neuen Notes funktionieren anders als die tokenisierten Wertpapiere, die Ondo im Juli innerhalb des US-Regulierungsrahmens gebracht hat, etwa ein BlackRock-ETF und Micron-Aktien. Diese Token sind eins zu eins durch verwahrte Wertpapiere gedeckt und geben Haltern Stimmrechte. Bei den Private-Markets-Notes fehlt beides.

Ondos Begründung: Privatmärkte sind für viele Anleger weitgehend verschlossen, und wer investiert, wartet oft Jahre auf einen Börsengang, bevor er verkaufen kann. Der kommissarische CEO Ian De Bode verweist darauf, dass 87 Prozent der Unternehmen mit über 100 Millionen Dollar Umsatz privat sind. Zugang zu Pre-IPO-Firmen läuft bislang über andere Instrumente: Coinbase listete im Juni auf seiner internationalen Börse Perpetual Futures auf SpaceX vor dem Börsengang, ebenfalls nur für Nutzer außerhalb der USA.

Was das heißt

Für Ondo ist es der Schritt von börsennotierten Werten in einen Markt, der bisher kaum handelbar war. Wer die Token hält, trägt das Risiko des Emittenten und hat keinen Anspruch auf die Aktien selbst. Die Auszahlung hängt davon ab, dass ein qualifizierendes Ereignis überhaupt eintritt. Der Vorteil ist der Handel rund um die Uhr und die Nutzbarkeit in DeFi, statt jahrelang gebunden zu sein.

Einordnung

Das Bild ist gemischt. Für eine gesunde Entwicklung spricht, dass Ondo auf einer Infrastruktur mit 3,7 Milliarden Dollar TVL und über 1 Million Haltern aufsetzt und sein Angebot mit neuen Branchen ausbauen will, also echte Nutzung statt nur Kursbewegung. Als Warnsignal gilt die Struktur der Notes: kein Eigentum, keine Aktionärsrechte, Abhängigkeit vom Emittenten und von einem Liquiditätsereignis, dessen Zeitpunkt offen ist. Dazu kommt, dass das Referenzunternehmen nicht genannt wird und die Handelsplätze unklar sind, was die Bewertung erschwert.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung. Etwas falsch dargestellt? Schreib uns — wir berichtigen es.

Weitere Altcoin-News