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Altcoin-News

Papertrade: Hyperliquid-Orders verschieben ETH-Kurse

Papertrade, eine neue Börse für synthetische Perpetuals auf HyperEVM, ist am 10. Oktober mit bis zu 1.000x Hebel auf Bitcoin und Ethereum gestartet. Schon nach wenigen Stunden zeigte sich die Schwachstelle: Rund 20 Mio. Dollar an Market Orders auf Hyperliquid verschoben die ETH-Kurse von Papertrade um etwa 10 bis 20 Basispunkte.

CryptoDAcademy · 23.10.2026, 12:49 Uhr · 1 Min. Lesezeit

Die Mechanik dahinter

Papertrade ermittelt keine eigenen Preise. Die Plattform liest über einen Precompile das beste Gebot und das beste Angebot (BBO) aus dem Orderbuch von Hyperliquid und füllt Trades zum Mittelpunkt. Gewinne und Verluste werden nicht gegen andere Trader abgerechnet, sondern gegen einen gemeinsamen USDC-Liquiditätspool. Papertrade wirbt mit null Slippage und verlangt keine Gebühren auf verlorene Trades.

Das Problem dabei: Wer Hyperliquids Orderbuch bewegt, bewegt automatisch auch den Papertrade-Preis. Bei 1.000x Hebel kann eine so kleine Verschiebung über einen großen Gewinn oder eine ausgelöschte Position entscheiden.

Die Zahlen dahinter

Zum Start lagen Vorab-Einzahlungen von 85 bis 137 Mio. Dollar vor. Der Pool, aus dem Trader-Gewinne tatsächlich bezahlt werden, umfasste dagegen nur rund 5 Mio. Dollar. Das lässt wenig Spielraum, wenn mehrere gut getimte Trades hintereinander laufen.

Ein Wallet zeigt, wie das aussieht: Es erzielte etwa 1,28 Mio. Dollar Gewinn bei 3,18 Mrd. Dollar Handelsvolumen auf Papertrade. Parallel handelte dieselbe Wallet auf Hyperliquid ETH im Wert von rund 231 Mio. Dollar. Später soll sie auf Folgetrades erhebliche Verluste gemacht haben.

Am 11. Oktober sprach Papertrade öffentlich von BBO-Manipulationsversuchen. Als Ursache nannte das Team zu lockere Open-Interest-Limits angesichts der starken Nachfrage und begann, diese als Vorsichtsmaßnahme zu senken. Niedrigere Limits verkleinern die maximale Auszahlung pro Preisstoß, damit lohnt sich das Verschieben von Hyperliquids Orderbuch weniger. Das Manipulationsrisiko hatten die Entwickler schon vor dem Start in ihrer Dokumentation benannt.

Was das für PAPER und Hyperliquid heißt

Verluste des Liquiditätspools sind an PAPER gekoppelt, den fair gelaunchten LP-Fee-Claim-Token der Plattform. PAPER-Halter tragen also direkt mit, wie gut der Pool Angriffe wegsteckt. Entscheidend ist, ob das Volumen von 3,18 Mrd. Dollar echtes Interesse zeigt oder von wenigen Wallets stammt, die den Preismechanismus abtasten.

Für Hyperliquid ist die Episode ein Beleg, wie viel Gewicht das Orderbuch inzwischen über die eigene Börse hinaus hat: Preist ein anderes Protokoll darauf, kann eine Market Order dort Positionen treffen, die Hyperliquid selbst nie berührt.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung. Etwas falsch dargestellt? Schreib uns — wir berichtigen es.

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